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02. Jul. 2016
Kraftquelle Natur

Die Pfarrkirche

Im Jahre 1252 wurde Hollenstein/Ybbs in einer Urkunde erstmals als Pfarre erwähnt. Um 1150 befand sich auf dem heutigen Kirchenhügel vermutlich eine Kapelle aus Holz. 1160 zu einer Betkirche erweitert, wurde sie später zur Filialkirche von Aschbach. Vom Stift Seitenstetten wurde die Kirche im gotischen Stil umgestaltet. Noch heute sind der wuchtige Turm und die Frauenkapelle erkennbar. 1258 wurde diese Kirche zur Pfarrkirche von Hollenstein. Von 1765-1767 erhielt die Pfarrkirche ihre heutige Form. Durch die steigende Einwohnerzahl wurde sie durch einen spätbarocken Saalbau vergrößert. Beide Bauteile fügen sich zu einer schönen harmonischen Einheit zusammen. Geweiht ist die Kirche dem hl. Johannes dem Täufer und dem hl. Nikolaus von Myra.

In der Kirche stehen vier Altäre mit spätbarocken Aufbauten. Das Hochaltarbild schuf Jakob Preitschopf nach einer Komposition von M. J. Schmidt. Die beiden Ölbilder der Seitenaltäre, hl. Leonhard und hl. Isidor, sind ebenfalls Kopien nach M. J. Schmidt. Die beiden kleinen, in Rokokorahmen gefassten Ölbilder, der Schmerzensmann und die schmerzhafte Maria, sind Originale des so genannten "Kremser Schmidt".

Bei den Restaurierungsarbeiten 1938 wurde das spitze Zeltdach des Turmes durch ein Walmdach mit zwei Turmkreuzen ersetzt. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg wurden die Glocken vom Turm abgenommen und zur Erzeugung von Kriegsmaterial eingeschmolzen. 1923 wurden drei, 1949 vier neue Glocken angeschafft. 1958 wurde eine schadhafte Glocke durch eine neue ersetzt.

Zum Jubeljahr 2000 sollte die Kirche im neuen Glanz erstrahlen. So wurden in drei Etappen Restaurierungen vorgenommen. 1997 erfolgte die Innenrestaurierung. Die Kirche wurde neu ausgemalt, das Gestühl saniert, ein neuer Unterboden gelegt, die elektrischen Anlagen erneuert und eine Bankauflagenheizung installiert. 1999 erfolgte die Außenrenovierung und im selben Jahr konnten die Altäre und 7 Ölgemälde restauriert werden. Im Jubiläumsjahr selbst erfolgte eine Generalsanierung der Orgel.

Bemerkenswert sind auf dem Friedhof die vielen eisernen Grabkreuze, besonders die auf dem 1976 erweiterten Teil. Einzigartig ist die holzgedeckte Stiege als Vorbau zur Kirche, die originelle "Kirlaben" (Kirchenlaube), mit den Figurennischen hl. Sebastian und hl. Christophorus. Zu beiden Seiten des Stiegenaufganges befanden sich zwei Verkaufsbuden, wo kleine notwendige Dinge zum Kauf angeboten wurden.

 

Eine Kirche im Wald auf einem Hügel

Kirche im Nebel

 

Kalvarienbergkapelle und Kreuzweg

Südlich vom Ortskern liegt ein kleiner Hügel, den die Vogtei Waidhofen/Ybbs 1741 der Gemeinde Hollenstein schenkte. Die Bewohner von Hollenstein beabsichtigten auf diesem „Berg“ eine Kapelle und einen Kreuzweg zu errichten.

Durch die "Ruthmänner" (Männer der Rotten) wurden 600 Gulden gesammelt und Pfarrer Prenmayr übergeben. Über ein Ansuchen seines Nachfolgers Pfarrer Maximilian Herbstheim genehmigte 1757 Kardinal Josef Lamberg zu Passau die Errichtung der Kreuzwegstationen und einer Kapelle. Nach einer zweijährigen Bauzeit wurden diese beiden Vorhaben 1759 vollendet. Jede Rotte, die Gemeinde Hollenstein ist in 14 Rotten eingeteilt, sollte künftig eine Station erhalten.


Die 12 gemauerten Stationen beinhalten Ölbilder auf Eisenblech, gute Kopien des Malers und Graphikers Josef Führich, die von Gustav Krämer restauriert wurden. Die beiden letzten Stationen (Kreuzabnahme u. Grablegung) sind größer gebaut und beinhalten Figurengruppen. Die Schnitzwerke dürften aus dem Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts stammen und sollen sich bis zur Aufhebung des Klosters in der Kartause Gaming befunden haben.

Die Kapelle ist ein einfacher Barockbau und wurde 1759 mit der Messlizenz versehen. Zur Zeit Kaiser Josefs II. wurde sie 1786 profaniert (verweltlicht) und die Glocken, Stühle und Leuchter in die Pfarrkirche nach Mendling gebracht. 1848 wurde sie aber wieder für den Gottesdienst hergerichtet und 1853 renoviert. Dabei wurde sie mit einem Türmchen versehen. Aus diesem Jahre stammen auch die beiden Glocken des Türmchens. In einer Inschrift erinnern beide an den damaligen Bürgermeister zu Hollenstein Josef Glöckler. Seit dem 1. Weltkrieg existiert nur mehr eine. In den Quartembertagen und in der Fastenzeit wurden in der Kapelle Messen gelesen.

Am 8.Juni 1997 fand die Segnung der renovierten Kalvarienbergstationen und einer Glocke statt. Letztere wurde von Bgm.a.D. Josef Gruber gespendet. Um die Kapelle wieder als Aufbewahrungshalle nutzen zu können, wurde 2004 eine Kühlvitrine installiert.

 

Kalvarienbergkapelle

Kalvarienbergkapelle Winter

 

Wegsäule Kreuzwag

Beim Ortseingang gegenüber der Ybbsbrücke steht eine gotische Betsäule. Auf einer Sandsteinsäule ruht ein an drei Seiten mit schmiedeeisernen Gittern versehener Tabernakel. Das vordere Gitter trägt die Jahreszahl 1502. Die linke vordere Kante des Tabernakels wird durch eine Rittergestalt hervorgehoben. Zwei fast flach liegende männliche Figuren verbinden die Unterseite des Tabernakels mit der Säule als Träger.

Ursprünglich diente dieser Tabernakel im alten Presbyterium (heutige Frauenkapelle der Pfarrkirche) als Sakramentshäuschen und war an der linken Seite des Altares an einen Wandpfeiler angebaut. 1757 bekam die Kreuzwag ihren jetzigen Standplatz am nördlichen Ortseingang.

  Wegsäule Kreuzwag

 

Friedhof

Der erste Friedhof in Hollenstein wurde in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts um die damalige Betkirche auf dem Kirchhügel errichtet. Nach dem Bau der jetzigen Kirche 1767 wurde der Friedhof in der heutigen Form um die ganze Kirche herum angelegt.

1976 wurde unter Pfarrer Josef Mayer der Friedhof erweitert. Sein Wunsch war es, dass auf diesem „Neuen Friedhof“ keine Grabtafeln, sondern nur eiserne Grabkreuze errichtet werden sollten. Seinem Wunsch wurde nachgekommen und so stellt der neue Friedhofsteil bis heute einen echten Blickfang dar. Nach dem Tod von Pfarrer Josef Mayer fand dieser unter dem großen Holzkreuz im neuen Friedhof am Maria Lichtmesstag 1991 seine letzte Ruhestätte.

Eine weitere interessante Geschichte trägt die Familiengruft Kokoschka mit sich. 2 Gedenktafeln erinnern an die dort begrabenen:

Romana Kokoschka, geb. Loidl
27.9.1861 – 4.7.1934

Prof.Bohuslav Kokoschka
22.11.1892 – 12.1.1976

Romana Loidl, die Mutter des bekannten, österreichischen Malers, Grafikers und Schriftstellers Oskar Kokoschka, verbrachte ihre Kindheit und Jugend auf der kleinen Promau und hatte stets eine gute Verbindung zu ihrer Heimat. Nach ihrem Tod ließ ihr Sohn die Familiengruft in der Absicht erbauen, später auch hier begraben zu werden. Der Expressionist verbrachte jedoch den Großteil seines Lebens im Ausland und kam nach den Kriegsjahren nie wieder nach Hollenstein zurück.

  Friedhof